
Über uns
Der Name Jerej stammt aus der Sprache Pulaar und bedeutet „Danke“, aber auch „zusammen“, „gemeinsam“ und „für die Menschen“. Für uns ist dieser Name weit mehr als ein Begriff – er verkörpert die Grundidee unseres Vereins: gemeinschaftliches Handeln und gegenseitige, nachhaltige Unterstützung, die aus der Gemeinschaft heraus entsteht und von den Menschen vor Ort selbst mitgetragen und gestaltet wird. Unser Fokus liegt auf dem Dorf Korbé in der Region Fouta Djallon in Guinea. Dieses Hochland Westafrikas ist geprägt von fruchtbaren Böden, einer reichen Natur und wichtigen Wasserquellen. Die Menschen leben überwiegend von der Landwirtschaft und sind eng mit ihrer Umgebung und der Natur verbunden. Wir – die Gründer des Vereins – sind Mamadou Alimou Djallo und Margit Strasser. Mamadou ist in Guinea und Dakar aufgewachsen, hat in seiner Jugend eine Ausbildung zum Mosaikleger in Mauretanien absolviert und lebt seit 30 Jahren in Linz, wo er als Mosaikkünstler und Handwerker tätig ist. Seine Arbeit und seine Lebensgeschichte sind eng mit seiner Herkunft verbunden, weshalb er seit vielen Jahren Projekte in Korbé initiiert und begleitet. Margit bringt ihre Offenheit, ihr Interesse an afrikanischer Kultur und ihr großes Engagement in die gemeinsame Arbeit ein. Gemeinsam bilden wir das Herz des Vereins und werden von unseren Familien begleitet. Unsere beiden Töchter stehen sinnbildlich für die Verbindung zwischen Kulturen und Generationen. Als unterstützendes Vereinsmitglied ist Lisa Aigelsperger, deren Expertise im Bereich globale nachhaltige Entwicklung und Klimaschutz liegt, eine wertvolle Bereicherung. Seit mehr als 25 Jahren engagiert sich Mamadou mit großer persönlicher Initiative, viel Einsatzkraft und erheblichen, eigenen finanziellen Mitteln für die Entwicklung seiner Herkunftsregion. Die daraus entstandenen Projekte entstehen aus den Bedürfnissen, dem Wissen und den Ideen der Menschen vor Ort. Unterstützung von außen verstehen wir dabei nicht als einseitige Hilfe, sondern als partnerschaftliche Ergänzung, die bestehende Strukturen stärkt und weiterentwickelt. Zahlreiche Geld- und Sachspenden, das Engagement einzelner Unterstützerinnen und Unterstützer sowie Förderungen, unter anderem vom Land Oberösterreich, haben diese Prozesse in der Vergangenheit ermöglicht und begleitet. Ein zentraler Meilenstein der Vereinsgeschichte mit dem damaligen Verein Aduna war der Bau unserer Schule im Jahr 2008 - 2011 in Korbé. Dieses Projekt hat vielen Kindern erstmals den Zugang zu Bildung eröffnet und damit eine wichtige Grundlage für ihre Zukunft geschaffen. Zusätzlich folgten weitere Projekte wie der Bau von Brunnen sowie die Unterstützung von Frauen und Mädchen durch Ausbildung, Arbeitserleichterungen und die Schaffung neuer Einkommensmöglichkeiten. In Korbé ist der Alltag in vieler Hinsicht stabil, unter anderem dadurch, dass die Versorgung mit Nahrungsmitteln dank der fruchtbaren Böden und des über Generationen weitergegebenen Wissens gesichert ist. Gleichzeitig befindet sich das Leben, besonders für junge Menschen, in Veränderung. Viele stehen vor der Frage, wie sich Zukunftsperspektiven zwischen dem Leben im Dorf und den Bildern eines Lebens in Europa gestalten lassen. Diese Spannungen führen dazu, dass Jugendliche ihre Heimat verlassen, um anderswo Chancen zu suchen. Junge Frauen sind dabei oft zusätzlich mit begrenzten Bildungs- und Einkommensmöglichkeiten konfrontiert, wodurch frühe Heirat für Viele zur realen sozialen und wirtschaftlichen Perspektive wird. Wir verstehen unsere Arbeit nicht als Entwicklungshilfe und auch nicht als ein Konzept, das von Außen definiert, was Entwicklung sein soll. Im Zentrum steht für uns die Anerkennung der bestehenden Lebensrealitäten und der Eigenständigkeit der Gemeinschaft vor Ort. Die Fulbe bringen ein starkes soziales Gefüge, tief verankerte kulturelle Werte und ein umfassendes Wissen im Umgang mit ihrer Umgebung und der Natur mit. Diese Grundlage betrachten wir mit Respekt und als Ausgangspunkt jeder Zusammenarbeit – nicht als etwas, das ersetzt oder „verbessert“ werden muss. Vielmehr geht es um Austausch auf Augenhöhe, um gegenseitiges Lernen und darum, vorhandene Potenziale zu stärken. Während wir versuchen, Perspektiven vor Ort zu schaffen, nehmen wir gleichzeitig viel mit: eine andere Sicht auf Gemeinschaft, auf Zeit, auf das Wesentliche. In diesem Sinne ist Jerej keine Einbahnstraße, sondern ein lebendiger Austausch zwischen Menschen, Kulturen und Lebensweisen – getragen von Respekt, Offenheit und dem gemeinsamen Wunsch, Zukunft nachhaltig zu gestalten.
Vergangene und
aktuelle Projekte

Schule und Kindergarten
Ab dem Jahr 2008 konnte dank des außergewöhnlichen Engagements zahlreicher Privatpersonen sowie mit Mitteln aus öffentlicher Hand (zB des Landes Oberösterreich) gemeinsam mit dem Vorgängerverein "Aduna" ein bedeutender Meilenstein erreicht werden: der Bau unseres Schulgebäudes mit Innenhof und Nebengebäuden. Das gesamte Areal entstand in gemeinschaftlicher Arbeit mit großem Einsatz und handwerklichem Geschick. Von handgefertigten Ziegeln über gegossene Fundamente bis hin zu vor Ort gefertigten Schulmöbeln zeugt vieles bis heute von diesem Engagement. Zusätzlich ermöglichten zahlreiche Sachspenden den Transport von Schulmaterialien und Mobiliar von Oberösterreich über Conakry bis in das Dorf Korbé. Die feierliche Eröffnung der Schule am 18.09.2011 im Beisein regionaler politischer Vertreter, wie dem Gouverneur und dem Bürgermeister von Lelouma, sowie der Bevölkerung markierte den Beginn eines nachhaltigen Bildungsprojekts. In den folgenden Jahren entwickelte sich die Schule zu einem anerkannten Bildungsort mit hervorragendem Ruf – sowohl bei Eltern als auch bei den vergleichsweise gut bezahlten Lehrkräften. Gerade in ländlichen Regionen Guineas ist der Zugang zu Bildung oft erschwert. Viele Familien verfügen über begrenzte finanzielle Mittel, und Schulen sind schwer erreichbar. Besonders wichtig ist dabei die Schulbildung von Mädchen, da sie langfristig positive Auswirkungen auf Familien und die gesamte Gemeinschaft hat. Die Bevölkerung in Korbé steht Bildung – insbesondere auch der von Mädchen – sehr offen gegenüber. Oft scheitert der Schulbesuch jedoch an fehlenden finanziellen Mitteln oder unzureichender Infrastruktur. Unser Ziel ist es daher, den Zugang zu Bildung langfristig zu sichern und auszubauen. Ein besonderes Anliegen ist die Wiedereinbindung ausgebildeter Lehrerinnen, die als wichtige Vorbilder wirken. Während der Corona-Pandemie war es leider nicht mehr möglich, die Gehälter der Lehrkräfte weiter zu finanzieren, wodurch der Schulbetrieb eingestellt werden musste. Umso wichtiger ist nun der Neustart: Ab Herbst 2026 sollen zunächst ein Kindergarten und eine Vorschulklasse eröffnet werden. In den darauffolgenden Jahren ist ein schrittweiser Ausbau auf bis zu vier Klassen geplant. Die Schule wird weiterhin instand gehalten. Ein Hausmeister kümmert sich um Pflege und Reparaturen. In den Jahren 2024 und 2025 wurde der Schulhof umfassend saniert, inklusive neuer Bodenstruktur, Drainage und Entwässerungssystem zum Schutz während der Regenzeit. Um diesen Weg fortzusetzen, sind wir auf Unterstützung angewiesen. Jede Spende und Mitgliedschaft hilft, den Schulbetrieb wieder aufzubauen, Lehrkräfte zu beschäftigen und Kindern den Zugang zu Bildung zu ermöglichen.

Getreidemühle
2012 haben wir eine Mais- und Getreidemühle finanziert und nach Guinea gebracht. Die Mühle steht im Marktzentrum von Korbé und ist dort zu einem wichtigen Bestandteil des täglichen Lebens geworden. Betreut wird die Mühle von Hadi Djallo, für den sie die Lebensgrundlage darstellt. Durch seine Arbeit kann er den Unterhalt für sich, seine Frau und drei Kinder sichern. Auch für die Bevölkerung bringt die Mühle eine große Erleichterung. Früher mussten Mais und Getreide mühsam von Hand gemahlen werden – eine zeitaufwendige und körperlich anstrengende Arbeit. Mit der neuen Mühle können die Menschen ihre Ernte nun schneller und effizienter verarbeiten, was ihren Alltag deutlich erleichtert.

Metall und Holzwerkstatt
In den vergangenen zehn Jahren konnten bereits zahlreiche Maschinen für die Metall- und Holzverarbeitung finanziert oder durch Spenden gesammelt und nach Korbé gebracht werden. Dazu zählen unter anderem Schweißgeräte, Hobelmaschinen, Kreissägen, Tischkreissägen, Generatoren sowie verschiedene kleinere Handwerkzeuge. Diese Ausstattung bildet eine wertvolle Grundlage, um vor Ort handwerkliche Fähigkeiten zu vermitteln, zu vertiefen und langfristig weiterzugeben. Da der Platz im bestehenden Schulgebäude jedoch begrenzt ist, streben wir als nächsten wichtigen Schritt den Bau einer eigenen Werkhalle an. Eine solche Halle würde nicht nur ausreichend Raum für die vorhandenen Maschinen bieten, sondern auch als Ausbildungsstätte dienen und neue Perspektiven eröffnen: Jugendliche und auch Frauen könnten dort praktische Fertigkeiten im Handwerk erlernen und eine fundierte Grundausbildung erhalten. Wir freuen uns daher sehr über jede Form der Unterstützung. Neben Geldspenden sind insbesondere Sachspenden in Form von Maschinen und Werkzeugen von großer Bedeutung. Dabei müssen es keineswegs neue Geräte sein – auch ältere, robuste und leicht zu wartende Maschinen leisten einen wertvollen Beitrag und werden vor Ort dringend benötigt.

Der Honig aus dem Fouta Djallon wird bisher auf traditionelle Weise geerntet, wobei die Waben vollständig entnommen werden. Die Bienen sammeln ihren Nektar von seltenen, wild wachsenden Pflanzen der Region, was dem Honig ein besonders vielfältiges Aroma, eine feine geschmackliche Tiefe und eine hohe Reinheit verleiht. Um die Qualität weiter zu steigern und gleichzeitig nachhaltiger zu arbeiten, möchten wir moderne Bienenstöcke mit Rahmen einsetzen. Diese ermöglichen eine schonende Entnahme der Waben und tragen zur Gesundheit der Bienenvölker bei. Unterstützt werden kann das Projekt auch durch Sachspenden wie mechanischen Honigschleudern, oder Honiggläser.
Imkerei
_edited_edited_edited.jpg)
Brunnen und Wasserversorgung
In vielen Dörfern Westafrikas ist das Wasserholen nach wie vor hauptsächlich Aufgabe von Frauen und Kindern. Diese Tatsache wird sich vermutlich nicht von heute auf morgen ändern – aber den Aufwand konnten wir deutlich verringern. Bereits 2007 wurden zwei Brunnen an strategisch wichtigen Orten finanziert und gegraben. Die Brunnen funktionieren mit mechanischem Hand- und Fußbetrieb und versorgen derzeit problemlos mehrere hundert Menschen mit sauberem Trinkwasser. Lange Fußwege gehören damit der Vergangenheit an. Das Dorf Korbé liegt in der Fouta‑Djallon‑Region, einer wasserreichen Hochlandszone in Guinea, aus der unter anderem der Gambia‑Fluss entspringt. Dies erleichtert den Zugang zu sauberem Trinkwasser im Vergleich zu vielen anderen ländlichen Regionen Westafrikas. Wir sind sehr stolz darauf, dass wir mit dem Brunnenbau Zugang zu sauberem Wasser langfristig sichern und die Lebensqualität von Frauen, Kindern und ganzen Familien nachhaltig verbessert haben.

Waschsalon
Wir planen die Einrichtung eines Waschsalons, der bis zu drei Frauen einen sicheren Arbeitsplatz bietet. Das Waschen von Kleidung ist vor Ort nach wie vor eine zeitintensive und körperlich anstrengende Aufgabe, die traditionell von Frauen übernommen wird. Gleichzeitig ist es ein wichtiger sozialer Treffpunkt. Beim gemeinsamen Waschen wird gesungen, gelacht, erzählt und über den Alltag, die Familie und auch über die Männer getratscht. Genau diese besondere Atmosphäre soll erhalten bleiben und durch den Waschsalon bewusst unterstützt und gestärkt werden. Während die Maschinen laufen, entsteht Raum zum Ausruhen und Reden. Geplant sind drei bis vier Waschmaschinen sowie Trockner, die besonders in der Regenzeit wichtig sind. Wir freuen uns über Sachspenden, insbesondere robuste und wartungsfreundliche Geräte wie ältere Eudora-Modelle. Der Waschsalon soll zentral gelegen und langfristig in einem angemieteten Gebäude betrieben werden. Ein besonderer Fokus liegt auf Nachhaltigkeit: Ziel ist es, Abwasser zu sammeln, zu filtern und umweltgerecht abzuleiten, um Flüsse und umliegende Dörfer zu schützen. Parallel arbeiten wir an einer nachhaltigen Wasserversorgung, etwa durch Pumpensysteme oder IBC-Tanks. Derzeit befinden wir uns in der Planungsphase und entwickeln geeignete, nachhaltige Umsetzungskonzepte.

Stromversorgung
Ein zukunftsweisendes Projekt wie die nachhaltige Stromversorgung in Korbé umzusetzen, ist kein Vorhaben, das „einfach nebenbei“ realisiert werden kann. Es erfordert sorgfältige Planung, technische Fachkenntnis und vor allem Ausdauer. Gerade in abgelegenen Regionen Westafrikas stellen Faktoren wie unzureichende Infrastruktur, schwierige Materialbeschaffung und komplexe Transportwege besondere Herausforderungen dar. Genau hier setzt unser aktuelles Projekt an: Ziel ist es, das Dorf Korbé oder Lelouma mit einer stabilen, unabhängigen und umweltfreundlichen Energieversorgung auszustatten. Dabei sollen erneuerbare Energiequellen zum Einsatz kommen. In diesem Zusammenhang konnten bereits drei große Wasserpumpen finanziert und vor Ort gebracht werden, die als wichtige Grundlage für weitere Entwicklungen dienen. Inwieweit sich eine große Stromkraftwerks-Turbine, die von einem Privatbesitzer aus einem österreichischen Bergdorf gespendet wurde und bereits in Korbé lagert, technisch adaptieren und sinnvoll integrieren lässt, ist derzeit noch Gegenstand unserer intensiven Recherchen. Ein ganz besonderes „Ass im Ärmel“ haben wir dabei bereits an Bord: unseren Mastermind „Fuxi“ – Stefan Fuchs, der uns mit seinem technischen Know-how unterstützt. Stefan ist wohl einer der wenigen Menschen, die verrückt genug sind, sich einem so komplexen Projekt in einer abgelegenen Region zu widmen. Er bringt nicht nur umfassende Expertise mit, sondern auch die Fähigkeit, scheinbar unlösbare Probleme mit Flexibilität, Kreativität und einer guten Portion Humor anzugehen. Aktuell befinden wir uns in einer intensiven Phase der Recherche und Vorbereitung. Dazu gehören Vor-Ort-Begehungen, technische Analysen, Gespräche mit lokalen Ansprechpartnern, Machbarkeitsstudien – ebenso wie die Frage, welche Systeme langfristig zuverlässig funktionieren und vor Ort gewartet werden können. Neben der technischen Umsetzung ist uns besonders wichtig, dass alle Lösungen nachhaltig, praxisnah und für die Menschen vor Ort sinnvoll nutzbar sind. Als ersten kleinen Schritt ist gerade eine PV Anlage mit 20 Panelen auf dem Weg ins Dorf, die zumindest die Schule oder Nebengebäude mit Strom versorgen wird. Mit deiner Unterstützung kann diese Vision weiter wachsen: Damit Strom in Korbé nicht nur ein Zukunftsgedanke bleibt, sondern zu einem verlässlichen Bestandteil des Alltags wird – für Bildung, Gesundheit, wirtschaftliche Entwicklung und das tägliche Leben der Menschen vor Ort.

Die Landwirtschaft kann durch gezielte Grundausstattung deutlich erleichtert und stabilisiert werden. Eine zentrale Rolle spielt dabei eine zuverlässige Wasserversorgung, die durch Wasserpumpen verbessert wird. Sie ermöglichen eine gleichmäßige Bewässerung der Felder auch in Trockenzeiten und tragen so zu besseren und verlässlicheren Ernten bei. Ebenso wichtig sind stabile Zäune in der Rinderzucht, da sie das Vieh schützen und eine geordnete Weidewirtschaft erleichtern. In einem weiteren Schritt kann der Einsatz eines Traktors mit Pflugwerkzeugen die schwere körperliche Arbeit auf den Feldern deutlich reduzieren. Dadurch wird die Bodenbearbeitung effizienter und weniger belastend, was die landwirtschaftliche Arbeit insgesamt erleichtert und produktiver macht.
Landwirtschaft
Galerie


















